Wildschönau – Themenüberblick Sommer 2010

Thema
Beschreibung

Weil die Welt noch in Ordnung ist:
Sommerfrische in der Wildschönau

 

Die Wildschönau ist ein idyllisches Hochtal inmitten der Kitzbüheler Alpen – ohne Durchgangsverkehr, ohne Industrie, dafür mit 260 bewirtschafteten Bauernhöfen, urigen Almen und jeder Menge Tradition. Die 4120 Einwohner der vier Kirchdörfer Niederau, Oberau, Auffach und Thierbach leben von der Landwirtschaft und vom Tourismus. Während die Wildschönau im Sommer als ausgezeichnetes Wandergebiet gilt, verwandelt sie sich im Winter in ein Schneeparadies, in dem sich Genießer ebenso wohl fühlen wie Familien und sportlich ambitionierte Gäste. Unvergesslich für Romantiker ist ein Ausflug ins Bilderbuchdorf Thierbach mit seiner Kirche, seinem Schulhaus (mit zehn Kindern eine der kleinsten Schulen Österreichs), den zwei Gasthöfen und den Bauernhöfen rundum.

Übrigens: Die Wildschönau firmiert als Fair-Preis-Region. Das Hochtal ist bekannt für sein gutes Preis/Leistungsverhältnis – Sieben Übernachtungen mit Frühstück gibt’s schon ab 126 Euro pro Person im Doppelzimmer einer Pension.

Die WildschönauCard:
Ein Ticket für alle Fälle

Mit den Bergbahnen nach oben schweben – zum Wandern ohne nennenswerte Anstiege oder einfach, um die herrliche Aussicht zu genießen. Im Erlebnisbergwerk Thierbach ins Silber-Zeitalter eintauchen und im Bergbauernmuseum in die Geschichte. An geführten Wanderungen teilnehmen und sich anschließend im Schwimmbad abkühlen. Oder kostenlos Tennis spielen, während der Nachwuchs seine Abenteuer im Drachenclub erlebt. Das und vieles mehr ist für Urlauber mit der WildschönauCard gratis. Erwachsene zahlen fürs 6-Tages-Ticket 39 Euro, Kinder von 6 bis 15 Jahren 21 Euro. Besonders günstig ist das Familienangebot mit 79 Euro für Eltern mit ihren Kids bis 15 Jahren.

Nach zwei Jahren erstmals wieder
begehbar: Die Kundler Klamm

 

Sie gehört zu den schönsten Naturschluchten Österreichs – die Kundler Klamm, die vor zwei Jahren aufgrund herunterstürzender Felsbrocken geschlossen wurde. Seit 2009 ist sie wieder begehbar. Rund eine Million Euro wurden in umfangreiche Sicherungsmaßnahmen investiert, so dass Urlauber das Naturschauspiel jetzt entspannt genießen können. Von Mühltal nimmt man am besten den Bummelzug bis zum Klammeingang. Von da schlängelt sich der Weg entlang der wilden Wildschönauer Ache zweieinhalb Kilometer hinunter nach Kundl ins Inntal – vorbei an bis zu 200 Meter steil aufragenden Felswänden, die in den unterschiedlichsten Rot-, Braun- und Grautönen schimmern. Zuflüsse lassen die Wildschönauer Ache zu einem tosenden Fluss anschwellen, der lautstark durch die Schlucht schießt. Und sich im unteren Bereich, in dem die Kundler Klamm breiter wird, in ruhigen Becken sammelt, in denen Kinder gefahrlos plantschen können, während die Erwachsenen das Klammabenteuer genießen.

Übrigens: Das Naturschauspiel Kundler Klamm ist auch in entgegen gesetzter Richtung erlebbar. Der Ausflug eignet sich zudem hervorragend für Eltern, die noch mit Kinderwagen unterwegs sind und Menschen mit Behinderung. Man braucht nicht einmal besonders geländegängige Modelle, denn der Weg ist gut ausgebaut.

Genusswanderungen
durch die Wildschönau

Robin steht früh auf – nicht nur für die Kühe, sondern für die Wanderer. Ab 6 Uhr serviert er Sonnenaufgangswanderern auf der Farnkaseralm sein Frühstück mit selbstgemachtem Brot, Butter, Almkäse und weiteren Wildschönauer Köstlichkeiten. Um 7.30 Uhr geht’s dann zum Melkeinsatz, auf dem er sich gern begleiten lässt. Robins Farnkaseralm ist das Ziel einer Genussroute, von denen die Wildschönau vier im Angebot hat. Die zweite Route führt zu den schönsten Aussichtspunkten des Hochtals und endet auf dem Zwecklhof, auf dem Siegfried Kistl prämierte Edelbrände zur Verkostung bietet. Zudem können sich Wanderer kostenlos mit Guide auf die Spuren der Krautingerrübe begeben und einen Schnapsbrenner besuchen, der den Hochprozentigen nach alter Tradition brennt oder zu Kräuterhexen und Kräuterpfarrern aufbrechen und in der freien Natur und dem eigens angelegten Kräutergarten erfahren, welches Kraut gegen welches Leiden gewachsen ist.

Hits für Kids:
Abenteuer im Drachenclub

 

Klingt gefährlich, ist er aber nicht: Der Drachenclub, der nach dem Wildschönauer Wappentier benannt ist, das einst mit seinem mächtigen Schwanz um sich geschlagen haben und die Kundler Klamm geschaffen haben soll, sodass das Wasser des Urmeeres abfließen konnte und die Wildschönau bewohnbar wurde. Diese und viele weitere abenteuerliche Geschichten erfahren Kinder, wenn sie am Ferienprogramm des Hochtals teilnehmen. 5- bis 14-Jährigen bietet die Wildschönau während des Sommers fünf Tage die Woche Bergabenteuer, bei denen sie die Region möglicherweise besser kennen lernen als ihre Eltern. Buttern und Brotbacken auf dem Bauernhof, eine Exkursion ins Silberbergwerk in Thierbach, Goldsuche am Schatzberg, Fische fangen im Bergbach und eine Holzhütte bauen – all das steht auf dem abwechslungsreichen Programm, das vom 28 Juni bis 10. September unter dem Motto „Die ganze Wildschönau ist ein Spielplatz“ gratis angeboten wird. Zu zahlen sind lediglich Transfers, Eintritte und das Mittagessen.

Lachendes und weinendes Auge:
Die Gru(h)nacht und der Almabtrieb

Klar freut er sich aufs Tal, aber irgendwie auch nicht. So wie Almerer Robin Silberberger geht’s allen, und das schon seit Generationen. Daher gibt’s die Gru(h)nacht, in der Freunde des Senners nach oben kommen und ihm beim Abschiednehmen helfen. Das sind ausgelassene Feste, bei denen der Sommer verabschiedet wird. Am nächsten Morgen packt Robin Silberberger wie alle anderen Senner seine sieben Sachen, schmückt die Tiere und zieht hinab in die Zivilisation. 500 Kühe werden es sein, die am 18. September von den Bergen ins Hochtal zurückkehren – ein imposanter Kuh-Konvoi und ein Fest, das in der Wildschönau erst spät in der Nacht endet. Dazu gehören natürlich ein Bauern- und Handwerkmarkt, Musik und jede Menge gute Laune.

„Kunst am Berg“:
Akzente am Markbachjoch

 

Landschaft inspiriert. Besonders Künstler. Viele gelangten in der Wildschönau über neue Aussichten zu neuen Einsichten, die sie in ihren Kunstwerken vergegenständlicht haben. Was dabei herausgekommen ist, können Besucher seit 2008 im Skulpturenpark am 1460 Meter hohen Markbachjoch betrachten, konkret bei der Mittermosenalm am Speichersee, der von der Bergstation der Bahn nur eine halbe Stunde entfernt ist. Derzeit sind es 23 Skulpturen, die hier Akzente in der Landschaft setzen, pro Jahr werden drei ausgewählte Werke neu hinzukommen. Kunstliebhaber sollten sich schon einmal den 31. Juli vormerken: Dann wird die „Kunst am Berg“ beim Almfest mit Bergmesse und Musik gefeiert, bevor man sich zur Vernissage am Markbachjoch trifft. Übrigens: Wer die Kunst im Skulpturenpark genießen möchte, kann sich den ganzen Sommer über in der Mittermoosenalm mit Tiroler Schmankerln kulinarisch verwöhnen lassen.

Frieden und Idylle: Durch die
Wildschönau mit Franz von Assisi

In der Wildschönau begegnet man nicht nur der Liebe, sondern auch dem Feuer, Mutter Erde und sogar dem Universum: Insgesamt sind es neun bronzene Figuren, die den drei Kilometer langen Besinnungsweg von Niederau nach Oberau säumen und hier den berühmten Sonnengesang von Franz von Assisi zum Erklingen bringen. Jede Skulptur steht für eine der neun Strophen – ein Lob an die Schöpfung inmitten der idyllischen Bergwelt. Die imposanten Kunstwerke stammen von Hubert Flörl, einem akademischen Bildhauer, der in der Wildschönau zuhause ist und seiner Heimatverbundenheit auf besondere Weise Ausdruck verliehen hat. Wer es romantisch-besinnlich mag, sollte einmal abends über den Franziskusweg wandeln, wenn die Strecke sanft beleuchtet ist und die Kunst in der Natur eine eigene Mystik entfaltet. Natur pur dagegen und zwischendurch immer wieder urige Einkehrmöglichkeiten können Wanderer auf dem 300 Kilometer langen Wegenetz genießen, das zu den schönsten Fleckchen der Wildschönau führt.

Zu Besuch beim Käse-König:
Einkehr auf der Schönangeralm

Sie haben die richtige Wahl getroffen – die 25 Bauern, die ihre Kühe während der Sommermonate in Johann Schönauers Obhut geben. Denn Johann Schönauer ist nicht nur Senner mit Leib und Seele, sondern auch äußerst erfolgreich. Aus den gut 2000 Litern Milch, die täglich auf der Schönangeralm gemolken werden, stellt er neben frischer Butter vor allem preisgekrönten Käse her, mit dem er bei der Käseolympiade in Galtür schon so manche Goldmedaille gewonnen hat. In der Schaukäserei lässt sich der Käse-König gern über die Schultern schauen, und wer auf den Geschmack gekommen ist, kann sich hier gleich mit leckerem Bergkäse, Emmentaler, Camembert, Tilsiter und Kräuterkäse eindecken. Fans, die öfter zum Einkaufen kommen oder auch nur, um die urige Atmosphäre im Gasthaus nebenan zu genießen, können beobachten, wie Johann Schönauers Bart von Woche zu Woche wächst. Denn mit dem Beginn der Almsaison lässt Johann Schönauer dem alten Brauch folgend das Haupthaar sprießen – und legt erst wieder das Messer an, wenn er im Herbst auch vom letzten der 25 Bauern seinen Lohn erhalten hat. Nicht, dass einer vielleicht das Bezahlen vergisst …

Wo die Mauern Geschichte atmen
und man die Zeit vergisst

Die Zeiten waren hart, als die Wildschönau noch zu Kloster Seeon am Chiemsee gehörte. 1150 bis 1745 mussten die Bauern dem Abt jedes Jahr den zehnten Teil ihrer Ernte abliefern, der in einem sicheren Keller bis zum Abtransport der Ernte gehortet wurde. Das historische Gewölbe mit den meterdicken Mauern steht heute noch – und bildet den Grundstock für den Kellerwirt, der das Gebäude anno 1750 einer angenehmeren Nutzung zuführte. Im Gewölbe lagern heute Spitzenweine, man speist vorzüglich und vergisst die Zeit. Besonders, wenn sich Hans Keller an den Tisch gesellt, der den Gasthof mit seinen 60 Zimmern in der elften Generation führt und so manches zu erzählen weiß.

Tiroler Freiheitskampf:
Andreas Hofer und die Sturmlöda

Vor über 200 Jahren ließ der berühmte Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer in der Wildschönau die letzten Reserven für den Kampf gegen Napoleon und die Bayern mobilisieren. „Wer kein Schießgewehr hat, möge Spieße oder Mistgabeln an lange Stangen machen!“ So steht es im Aufruf, den Hofers Kampfgenosse Josef Speckbacher beim Sollererwirt in Thierbach verfasste. Der schwarze Klapptisch, an dem er saß und das Dokument zieren noch heute die originalgetreu erhaltene Wirtsstube – und auch die Truppe der „Sturmlöda“ gibt’s noch. Zwar rücken die Nachfahren der mutigen Mannen nur noch in friedlicher Mission aus, doch die Montur muss stimmen – vom Bart bis zur Sense kommt’s ihnen auf jedes Detail an, wenn sie bei festlichen Anlässen unterwegs sind.

Krautinger oder die einzigartige
Karriere einer Stoppelrübe

Die Wildschönau ist die Heimat des Krautingers, eines Rübenschnapses, der nur hier gebrannt werden darf. Kaiserin Maria Theresia war es, die Mitte des 18. Jahrhunderts 51 Bauern das Brennrecht verlieh. Heute sind es noch 16 Wildschönauer, die aus der weißen Stoppelrübe Hochprozentiges herstellen und das Tal mit dem legendären Rübentrunk versorgen, der als Allheilmittel gilt und besonders bei Magenschmerzen helfen soll. Aber auch ganz ohne Alkohol ist die Krautingerrübe längst zum Star geworden: Bei der Krautingerwoche vom 1. bis 9. Oktober 2010 kommt sie in den unterschiedlichsten Variationen auf den Tisch. Sie ist es auch, die die Wildschönau zur Tiroler Genussregion avancieren ließ.
Übrigens: An der Karriere der Stoppelrübe nicht ganz unbeteiligt ist Hans Haas, der berühmte Koch vom Tantris in München, der in seiner Wahlheimat Wildschönau das Kochen lernte und es jüngst in die Liste der 50 besten Restaurants der Welt geschafft hat.

Besonderer Tipp: Das Herbst-Special ab 151 Euro pro Person im Doppelzimmer mit Frühstück inklusive geführter Heilkräuterwanderung, Besichtigung der Schaukäserei, Führung über den Franziskusweg und Besuch des Handwerkermarktes im Bergbauernmuseum „z’Bach“.

Was Ferraris und Maseratis
auf der Alm zu suchen haben

Nein, so reich sind die Wildschönauer Bauern nun auch nicht. Die Ferraris, Maseratis, Jaguars und Co., die man im idyllischen Dörfchen Thierbach sieht, sind gewissermaßen zur Kur da. Viele von ihnen fliegen eigens aus arabischen Ländern ein, etliche kommen auch aus den USA, Russland und England zu Conrad Gruber. Der Thierbacher, der eher Künstler als Automechaniker ist, legt sanft Hand an, um Luxusschlitten auf Vordermann zu bringen. Mal soll die Motorleistung hochgeschraubt werden, mal geht’s um ein wenig mehr Bremskraft hier und einen stärkeren Scheinwerfer da – aber alles absolut unauffällig bitte. Denn nichts darf anschließend darauf hindeuten, dass innere Werte aufpoliert wurden. Gruber, der weltweit inzwischen Guru-Status genießt, baut gerade an den Hof seiner Eltern an – und wird auch weiterhin dafür sorgen, dass man im höchstgelegenen Ort der Kitzbüheler Alpen flotten Flitzern auf der Alm begegnet.

Kirsch und Holunder:
Prämierte Edelbrände von der Alm

Wer in einem Wildschönauer Restaurant auf den Geschmack gekommen ist und sich gern die eine oder andere Flasche der prämierten Edelbrände von Siegfried Kistl mit nach Hause nehmen möchte, muss sich schon nach oben begeben: Denn der Schnapsbrenner darf nur für den Ausschank im Tal oder eben direkt von seinem Zwecklhof verkaufen. Und der liegt ca. 4 Kilometer von Oberau entfernt auf gut 1200 Metern in der Abgeschiedenheit. Vom Schnaps allein könnte Siegfried Kistl zwar nicht leben – er darf nur 300 Liter reinen Alkohol im Jahr herstellen, so wie’s im alten Brennrecht festgeschrieben ist, das Kaiserin Maria Theresia einst seinen Vorfahren verlieh. Aber der Schnaps ist für den 41-jährigen und seine Familie ein sicheres zweites Standbein neben der Mutterkuhhaltung. Und macht dem Bauern sichtlich Spaß. In den letzten Jahren hat er eigens die alte Wirtschaftshütte des Hofes aus dem Jahr 1625 restauriert und einen absolut urigen Platz zum (Schau-)brennen und Verkosten seiner Edelbrände und Liköre geschaffen. Termine nach Vereinbarung.

Der Hörbig-Hof: Eine Jause im
Stammhaus der Schauspieler

 

Ob Landschaft wohl kreativ macht? Fast könnte man es meinen, wenn man bei einer deftigen Jause auf dem Hörbig-Hof am Rande des idyllischen Örtchens Thierbach sitzt und den Blick in die unberührte Natur schweifen lässt. Auf jeden Fall hat sich der Urahn der Hörbiger-Dynastie fürs Stammhaus der Familie einen der schönsten Plätze der Wildschönau ausgesucht. Der berühmteste Spross der Familie ist Christiane Hörbiger, die zu den bekanntesten Schauspielerinnen im deutschsprachigen Raum zählt („Die Guldenburgs“, „Julia“, „Schtonk“, „Die Gottesanbeterin“). Aber auch Christiane Hörbigers Sohn, ihre Schwestern, ihre Eltern und Onkel gehören zur größten Schauspieler-Dynastie Österreichs. Uropa Alois dagegen hat der Nachwelt 80 klangvolle Orgeln hinterlassen, Opa Hanns das patentierte Hörbiger-Ventil erfunden und als privater Mondforscher die Familie auf dem Himmelskörper verewigt: Als Auszeichnung für seine Leistungen bekam ein Krater offiziell den Namen „Hörbiger“.

Auf Zeitreise mit den
Wildschönauer Bergbauern

Zwischen den beiden Kirchdörfern Niederau und Oberau lädt das Bergbauernmuseum z’Bach zur Zeitreise ein. Der Hof aus dem Jahr 1795 war noch bis 1995 bewirtschaftet und eröffnet mit 1200 Exponaten und jeder Menge Liebe zum Detail Einblicke ins Leben der Wildschönauer Bergbauern gestern und heute. Die Ausstellungsstücke – von der hölzernen Form zum Butterwaschen, über die großen Pfannen zur Zubereitung des Familienessens und die „Kämme“ zum Beerenpflücken bis hin zu den Werkzeugen zur Holzbearbeitung – wurden aus dem gesamten Tal zusammengetragen. www.bergbauernmuseum.at

Besonderer Tipp: Jeden Donnerstag lassen sich mehr als 20 Handwerker über die Schultern schauen – beim Spinnen, Korbflechten, Filzen, Drechseln, Trachtensticken und Glasmalen, während Franzi Schmalznudeln zubereitet, eine traditionelle Wildschönauer Spezialität aus Hefeteig, die wahlweise mit Sauerkraut oder Preiselbeeren gegessen wird. Zudem dient das Museum als Event- und Kulturzentrum mit vielen interessanten Veranstaltungen und Ausstellungen.

Überraschende Entdeckungen
im 1. Tiroler Holzmuseum

Er ist Holzschnitzer und Bildhauer und vor allem leidenschaftlicher Sammler: Hubert Salcher, der in seinem Geburtshaus in Auffach das 1. Holzmuseum Tirols eröffnet hat und bereits mit einigen Museumspreisen ausgezeichnet wurde. Auf gut 200 Quadratmetern Ausstellungsfläche – in kleinen Räumen, in denen das Harz duftet und die Dielen knarren – präsentiert er vom Holznagel bis zum Holzwurm, von der ältesten Volksliederharfe Tirols bis zu einer der ältesten Weihnachtskrippen rund 2000 Exponate und zeichnet die Geschichte der Holzschnitzerei bis ins 17. Jahrhundert nach. Unterm gleichen Dach ist Salchers Werkstatt untergebracht, in der sich der Künstler mit Sinn fürs Kuriose gern über die Schultern schauen lässt. Den Sommer über können sich die Gäste zudem auf den Holzweg schicken lassen und auf 14 Stationen mit allen Sinnen in die „Holzzeit“ eintauchen. Der Eintritt ins Museum kostet 4,50 Euro, mit Gästekarte 4,00 Euro. www.holzmuseum.com

Von Krone zu Krone:
Klettern im Natur-Hochseilgarten

Er ist der einzige Natur-Hochseilgarten Österreichs, in dem kein einziger Baum gefällt wurde. Und zugleich der höchstgelegene, denn die Kletterparcours führen in 17 bis 21 Meter Höhe von Krone zu Krone. „Kein einziger Ast wurde abgeschnitten“, so Markus Pineider, der den Natur-Hochseilgarten „Zauberwinkel“ entwickelt hat. Insgesamt stehen 23 Stationen in drei unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen zur Auswahl. Höchster Punkt ist die Aussichtsbank in 37 Metern. Von hier aus sieht man hinunter ins Inntal und bis hinauf zum Wilden Kaiser – und zwischendurch das eine oder andere Eichhörnchen, das von Ast zu Ast hüpft. Schon Kinder ab 1,40 Meter Körpergröße können im „Zauberwinkel“ das Tarzan-Feeling erleben. Die geführten Touren dauern ca. 2,5 Stunden und kosten 30 Euro (für Kinder bis 15 Jahre) bzw. 40 Euro. www.hochseilgarten-wildschoenau.at

Silberbergers und das
Erlebnisbergwerk Thierbach

Warum in der Wildschönau so viele Silberberger heißen? Spätestens, wenn man sich nach Thierbach, den kleinsten und idyllischsten Ort des Hochtals aufmacht und dann noch ein paar Hundert Meter weiter geht oder fährt, wird’s klar: Am Rande des Örtchens führt das Erlebnisbergwerk in die Geschichte des Silber- und Kupferabbaus ein. Im mittelalterlichen Stollenlabyrinth wird der Alltag der Knappen lebendig, die hier bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts ein karges Auskommen fanden. Besonders empfehlenswert: Der Märchenstollen für Kinder und die Sonderausstellung wertvoller Edelsteine aus der Region. Geöffnet ist das Erlebnisbergwerk von Mitte Mai bis Mitte Oktober, der Eintritt kostet 8 bzw. 4 Euro für Kinder ab 6 Jahren.

Mit dem Pferd auf die Alm:
Romantische Reiterlebnisse

Auf treuen Haflingern durch die alpine Einsamkeit streifen, den Tag am Lagerfeuer ausklingen lassen, bevor man in duftendem Heu auf der Alm übernachtet und vom nächsten Tag im Sattel träumt: Reiter finden in der Wildschönau paradiesische Verhältnisse und Angebote, die unvergessliche Reiterlebnisse in unberührter Natur versprechen. Selbstverständlich bieten der Haflingerhof (3 Sterne) und der Wastlhof (4 Sterne) auch die Basics auf professionellem Niveau: Beide Häuser verfügen über eigene Reithallen und hervorragend ausgebildete Trainer, die Anfänger ebenso wie Fortgeschrittene unterrichten. Kinder können hier ab 6 bzw. 7 Jahren die ersten Stunden nehmen. Für die ganz Kleinen gibt’s Ponyreiten, das auch etliche Häuser und Höfe in der bäuerlich geprägten Wildschönau offerieren.

Abenteuer mit Adrenalinkick:
Canyoning und Rafting

Schroffe Felsformationen und imposante Wasserfälle – die Wildschönau ist wie geschaffen fürs Canyoning, das Abenteuer, das Adrenalinkicks verspricht. Sich im eisigen Wasser abseilen, scheinbar halsbrecherische Sprünge wagen, in tiefe Gumpen eintauchen – all das können Abenteurer an der Seite erfahrener Experten ausprobieren und dabei die eigenen Grenzen testen. Familientouren gibt’s schon ab 35 Euro pro Person inklusive Ausrüstung und Neoprenanzug, Extremtouren kosten ab 59 Euro pro Person. Oder wie wär’s zur Abwechslung mal mit Rafting auf den wilden Wassern des nahe gelegenen Inn? Ein Abenteuer für die ganze Familie, das schon mit Kindern ab zehn Jahren zum unvergesslichen Erlebnis wird.

Erlebnisse aus der
Vogelperspektive

Mehr als 10.000 Meter über dem Meeresspiegel aus einem Ballon springen und einem neuen Höhen-Weltrekord entgegen fliegen? Sich von einer fahrenden Gondel der Tiroler Zugspitzbahn stürzen und Sekunden später mit dem Gleitschirm landen oder zur Abwechslung mal den Ärmelkanal überqueren? Für Mad Mike Küng kein Problem. Der Extrem-Gleitschirmflieger, der eindeutig zu den schrägsten Vögeln der Szene gehört, hat Nerven wie Drahtseile. Und genießt es zwischendurch, in der Wildschönauer Gleitschirmflugschule, die zu den bekanntesten weltweit gehört, ganz normal Unterricht zu geben. Selbstverständlich steht Mad Mike Küng auch für Tandemsprünge zur Verfügung, bei denen die Gäste das romantische Hochtal aus der Vogelperspektive erleben können.
www.paragliding.at

Facts in Kürze

Wildschönau

Die Wildschönau ist ein Hochtal, das sich auf 24 km Länge und in einer Höhenlage von 800 bis 1200 m zwischen den Kitzbüheler und den Zillertaler Alpen erstreckt. In den vier Kirchdörfern Niederau, Oberau, Thierbach und Auffach leben insgesamt 4120 Einwohner

Entfernungen

75 km vom Flughafen Innsbruck, 115 km vom Flughafen München, 130 km vom Flughafen Salzburg

Hotellerie und Gastronomie

7000 Gästebetten; 6 Hotels im 4-Sterne-Bereich, viele weitere ausgezeichnete Hotels, Gasthöfe, Pensionen, Privatzimmer und Ferienwohnungen; 45 Restaurants und Gasthöfe, 15 Berggasthöfe und Jausenstationen

Bergbahnen

Markbachjochbahn in Niederau, in Betrieb von 8. Mai bis 10. Oktober und Schatzbergbahn, in Betrieb von 10. Juni bis 3. Oktober

Wandern

300 km markierte Wanderwege vom entspannten Almspaziergang bis zur anspruchsvollen Bergtour. Tipps: die vier neuen Genussrouten zu Senner, Schnapsbrenner und einzigartigen Aussichtspunkten, die als geführte Wanderungen (für Gäste kostenlos) angeboten werden; darüber hinaus der 3 km lange Franziskusweg, auf dem imposante Bronzefiguren den Sonnengesang des Heiligen symbolisieren

Weitere Sport- und Freizeitmöglichkeiten

Schwimmen, Canyoning, Rafting, Paragliding, Tennis, Pferdekutschenfahrten, Hochseilgarten, Bummelbahn, etc.

Weitere Infos

www.wildschoenau.com

 
Kunz & Partner